04.01.2012
Kategorie:Schwangau Winter
Schwangau pflegt eine der längsten Faschings-Traditionen in Bayern. Seit 141 Jahren kennt man in Schwangau Faschingsveranstaltungen. Ab 1869, mit dem Beginn des Schlossbaues von Neuschwanstein feierten Künstler aus München faschingsähnliche Veranstaltungen, wie in der Schwangauer Ortschronik nachzulesen ist. Bereits 1929 fand der erste „richtige“ Faschingszug statt – allerdings ohne musikalische Begleitung. Denn eine Tiefsttemperatur von Minus 40 Grad verbot den Einsatz von Blasmusik.
1975 Schuf sich der Verein eine beachtenswerte Auszeichnung: Den Orden „It viel rede, ebbas due“. Diesen Orden erhalten Förderer sozialer Projekte. Auch hilfsbedürftige Schwangauer können finanziell aus den jährlichen Gewinnen des Faschingsvereins unterstützt werden.
Fasching 2012 - Ohne Gunglhos keine „Schwangauer Fasenacht“
Wie die Faschingszüge zählen dieses Jahr vier Gunglhos zu den original Schwangauer Faschings-Ereignissen. Doch was ist ein Gunglhos eigentlich? „Eine Rückbesinnung auf die Ortsgeschichte“, könnte man kurz antworten. Etwa bis Mitte des 20. Jahrhunderts betrieb man Flachsanbau in Schwangau. Es gab gemeinsame Spinnstuben. Dort haben Frauen den Flachs verarbei-tet. Ich Hauptwerkzeug war das Spinnrad mit der „Kunkel“ (Spindel).Wahr-scheinlich entstand daraus die Bezeichnung „Kunkelhaus“ - im Dialekt: „Gunglhos“. Die Arbeit verkürzten sich die Frauen mit Tratsch über dörfliche Ereignisse.
Der Faschingsverein hat diesen Brauch übernommen. Der Auftritt der vier „Gunglhosweiber“ ist unterhaltsam - gelegentlich gefürchtet. Denn bei den lustig-überraschenden Interpretationen von Geschehnissen im Ort und aller Welt bekommen so manche namhafte Personen „ihr Fett ab“. Dieser „Weibertratsch“ forderte die „Mannsbilder“ heraus: „D’Maulaufreißer“ nehmen ebenfalls kein Blatt vor den Mund. Die Drei erzählen Gegebenheiten, die den Frauen – aber auch manchen Männern - bis dato verborgen geblieben sind. Musik, Männerballett, Sketche, Prinzenpaar und Prinzengarden sowie die berühmte Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskapelle runden das bunte Programm ab, das keinen Vergleich zu den Fernsehreifen Prunksitzungen aus den Karnevalshochburgen am Rhein zu scheuen braucht.
Unsere Tipps:
Der Schwangauer Faschingszug findet am Sonntag, 19. Februar, ab 13.30 Uhr statt. Der närrische Zug rollt vom Dorfbrunnen „Im Kröb“ durch das Mitteldorf, biegt an der Kirche St. Georg nach links über die Schmiedstraße zur B 17 (Füssener Straße) ab. Auf der B 17 fährt der Faschingszug zunächst Richtung Augsburg bis zur Kreuzung beim Hotel Post und von dort zurück auf der B17 bis zum Kurhaus. Am Kurhaus endet der Faschingszug.
In den Dorfstraßen, in einem Bierzelt beim Hotel Weinbauer und in einigen Schwangauer Lokalen wird das närrische Treiben bis in die Nacht hinein fortgesetzt.
Für die Gunglhos läuft bereits der Vorverkauf bei der Tourist Information Schwangau. Sie sollten sich Ihre Karte sichern. Hier die Gunglhos-Termine im Schlossbrauhaus Schwangau:
Samstag, 21.01., 20 Uhr Schlossbrauhaus
1. Gunglhosabend des Faschingsvereins
Freitag, 27.01., 20 Uhr Schlossbrauhaus
2. Gunglhosabend des Faschingsvereins
Samstag, 28.01., 20 Uhr Schlossbrauhaus
3. Gunglhosabend des Faschingsvereins
Samstag, 04.02., Schlossbrauhaus
4. Gunglhosabend des Faschingsvereins
Weitere Veranstaltungen des Faschingsvereins Schwangau:
Samstag, 18.02., 20 Uhr Schlossbrauhaus: Feuerwehrball der Freiwilligen Feuerwehr
Sonntag, 19.02., 13.30 Uhr: Fachingsumzug durch die Straßen des Dorfes, danach Buntes Treiben im Schlossbrauhaus sowie in den verschiedenen Gaststätten
Dienstag, 21.02., 14.00 Uhr Schlossbrauhaus: Kinderball des Faschingsvereins
Dienstag, 21.02., 20 Uhr Schlossbrauhaus: Kehraus des Faschingsvereins
Dieses Projekt wird aus Mitteln der EU, des BMWA und des Landes Tirol kofinanziert.